Title: Kündigung erhalten – welche Rechte haben Angestellte?
Published: 20. September 2021
Last modified: 7. Februar 2024

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# Kündigung erhalten – welche Rechte haben Angestellte?

 Veröffentlicht am 20. September 20217. Februar 2024

Eine Kündigung zu erhalten, ist niemals ein schöner Anlass. Etwas ist schiefgelaufen
und die Arbeitsstelle ist hochgradig gefährdet. Doch in Deutschland gilt für Angestellte
ein **umfangreicher** **Kündigungsschutz**. Nicht jede ausgesprochene Kündigung 
ist auch wirksam! Welche Rechte Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen haben, erfahren
Sie im Folgenden.

## Für wen gilt der gesetzliche Kündigungsschutz?

Den Kündigungsschutz regelt das **Kündigungsschutzgesetz** (KSchG). Geschützt werden
generell Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Es gelten jedoch Ausnahmen. So sind
vom Kündigungsschutz ausgenommen:

 * **Leitende** Angestellte
 * **Freie** Mitarbeiter
 * Angestellte in Betrieben mit weniger als **elf** regulär angestellten Mitarbeitern
   und Mitarbeiterinnen
 * Angestellte von **Saison**– und **Kampagnenbetrieben**
 * **Auszubildende**
 * Angestellte, die seit weniger als **sechs** **Monate** im Unternehmen beschäftigt
   sind

![Frau hält Kündigungsschreiben in der Hand](https://www.rae-menzel-vertragsrecht.
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## Was beinhaltet der Kündigungsschutz?

Die Regelungen des KSchG und des BGB erschweren Arbeitgebenden, Angestellte einfach
zu entlassen. Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sind besonders **schutzbedürftig**
und werden daher per Gesetz bessergestellt.

Der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin muss sich zum einen an die **Kündigungsfristen**
halten:

 * Die Grundkündigungsfrist beträgt **vier** **Wochen** bis zum Ende oder dem 15.
   des Monats.
 * Nach **zwei Jahren Betriebszugehörigkeit** ändert sich die Frist auf **einen 
   Monat** bis zum Ende des Monats.
 * **Schrittweise**, in Abhängigkeit der Betriebszugehörigkeit, **steigt** die Frist
   an.
 * Die längste Frist beträgt **sieben** Monate zum Ende des Monats bei **20-jähriger
   Betriebszugehörigkeit.**
 * Die Fristen können in **§ 622 BGB** nachgelesen werden.

Zudem darf eine Kündigung nur bei Vorliegen eines **Kündigungsgrundes** erfolgen:

 * **Personenbedingte** Gründe (Freiheitsstrafe, fehlende Arbeitserlaubnis etc.)
 * **Verhaltensbedingte** Gründe (Arbeitsverweigerung, starke Unzuverlässigkeit,
   unerlaubte Nebentätigkeit etc.)
 * **Betriebsbedingte** Gründe (Umsatzeinbruch, Rationalisierung etc.)

Nur eine **fristlose** Kündigung ist weder an die genannten Gründe noch an die Fristen
gebunden. Sie wird **sofort** wirksam, allerdings ist ein **wichtiger** **Grund**
erforderlich. Dieser liegt nur bei **schwerem** **Pflichtverstoß** oder **massivem****
Fehlverhalten** des Angestellten vor. Ob ein solcher gegeben ist, stellt immer eine**
Einzelfallentscheidung** dar. 

Zudem besteht die **formale** **Anforderung**, dass eine Kündigung **schriftlich**
erfolgen muss. Eine mündlich oder per E-Mail ausgesprochene Kündigung ist demnach
unwirksam.

**Spezielle** **Regelungen** gelten für besonders schutzbedürftige Personen: **Schwerbehinderte**,**
Schwangere** und **Betriebsräte**. 

Übrigens: Ein genereller gesetzlicher **Anspruch** auf eine **Abfindungszahlung**
nach einer Kündigung besteht **nicht**. Unter Umständen steht Ihnen aber eine Abfindung
zu. Am besten kann Sie hierzu ein Rechtsbeistand für Arbeitsrecht **beraten**.

## Wie können sich Angestellte gegen eine ungerechtfertigte Kündigung wehren?

Wenn Sie der Meinung sind, Ihre Kündigung sei nicht gerechtfertigt, sollten Sie 
als ersten Schritt **Einspruch** bei einem eventuell bestehenden **Betriebsrat**
einlegen. Dies muss innerhalb **einer** **Woche** nach Erhalt der Kündigung geschehen.
In vielen Fällen kann mithilfe des Betriebsrats eine **Verständigung** **mit** **
dem** **Arbeitgeber** oder der Arbeitgeberin erzielt werden.

Wenn dies keinen Erfolg hat oder kein Betriebsrat besteht, können Sie beim zuständigen**
Arbeitsgericht** [**Kündigungsschutzklage**](https://www.rae-menzel-vertragsrecht.de/kuendigungsschutzklage-muenchen/)
erheben. Für die Klage besteht **keine** **Anwaltspflicht**, Sie können Sie theoretisch
selbst einreichen. Zu beachten ist, dass die Klage innerhalb von **drei** **Wochen**
nach Zugang der Kündigung beim Gericht liegen muss, andernfalls ist keine Klageerhebung
mehr möglich. 

## Fazit

Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sind **nicht wehrlos** gegen eine (ungerechtfertigte)
Kündigung. Im Zweifel kann Ihnen ein Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin helfen,
zu Ihrem Recht zu kommen, zum Beispiel, um eine **Abfindung** oder die **Rücknahme**
der Kündigung zu erstreiten. **Rechtsanwältin Catharina Menzel** steht Ihnen bei
allen Fragen rund um Kündigung und Arbeitsrecht gerne beratend zur Seite.

## Beitragsnavigation

[Ordentliche und fristlose Kündigung – die wichtigsten Fragen und Antworten](https://www.rae-menzel-vertragsrecht.de/ordentliche-und-fristlose-kuendigung/)

[Sicheres Arbeiten zu Hause: Muss mein Arbeitgeber mich ausstatten?](https://www.rae-menzel-vertragsrecht.de/homeoffice-arbeitsrecht/)